Kapelle Neuringe

Die ersten Belege der Orgel stammen aus dem 16. Jahrhundert. Der Orgelbauer ist unbekannt. Vermutet wird jedoch Slegel aus Zwolle. Als „Gebrüder Slegel“ wurden die beiden Söhne durch zahlreiche Orgelneubauten und Umbauten bekannt. Da Georg Slegel verschiedentlich in der Grafschaft Bentheim tätig ist, wird er als Erbauer der neuen Orgel in Emlichheim (um 1542) vermutet.
Erste schriftliche Hinweise zur Orgel stammen aus 1542. In 1544 und 1547 führt der Küster aus Neuenhaus (Coester van Nyenhus) Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Orgel durch.

Nächste Spuren:
1742 Autrag zur Einbau einer neuen Trompete 8′ in halber Becherlänge
1765 Pflege der Orgel wird übertragen an Johann Gustav Schilling, Orgelbauer aus Deventer
1797 Umbauten: neue Windlade und neue Rohrflöte 4‘ gebaut von Orgelbauer Wilhelm Schröder gebürtig aus Neuenhaus
1866-1867 Umbau und Erweiterung durch Orgelbauer C. Haupt aus Ostercappeln: Einbau des selbständigen Pedals wobei das alte Gehäuse mit blinden Seitenflügel und einen stummen Unterprospekt erweitert wurde. Der Spieltisch der bisher hinterspielig war wurde bei dieser Gelegenheit seitlich ins Gehäuse hineingebaut.

Neuringe
1904 Wiederaufbau der Orgel in der Kapelle von Neuringe, gebaut in 1897
1948 Restaurierung Fa. Führer: Entfernung Prinzipal 8 vom Pedal. Stattdessen ein Krumhornregal 8‘ und aus dem Prinzipal 8‘ entstand einen Choralbaß 4‘.
1984 Restaurierung Fa. Führer. Beratung H.Vogel: Alle alte Orgelteile sind beibehalten worden, d.h. nicht nur die ursprünglichen Teile und die von Schröder 1797 angefertigten, sondern auch die Ergänzungen, die Haupt in 1866 hinzugefügt hatte. Es wurde eine Trompete in halber Becherlänge, neu angefertigt. Die Orgel steht in hoher Chorstimmung.
2017 – Fa. Flentrop Zaandam – Orgelstimmung neu festgestellt [ u.a. mittels Längen der Pfeifen] Die Trompete 8′ die unbrauchbar war, wurde außer Betrieb genommen und ausgelagert.
Quellen: Albert Rötterink: Orgelkleinod in der Kapelle von Neuringe, Der Orgelbau im westlichen Niedersachsen-Winfried Schlepphorst, Egbert Schoenmaker Organist in Emlichheim

Disposition der Orgel

Manual C,D,E,- d”’


Prinzipal 4′ alt
Quintadena 8’ alt
Rohrflöte 4′ Schröder
Octave 2′ alt
Mixtur III alt
Trompete 8′ neu Führer 1984
Pedal C-d’
Subbaß 16′ Haupt
Gedfacktbaß 8‘ Haupt
Choralbaß 4′ Führer, 1948